Gasthaus Rössle (Höchenschwand)

Das Gasthaus

Tiefenhäusern gehört zur Gemeinde Höchenschwand und wird über Waldshut auf der B 500 in Richtung St. Blasien erreicht (ca. 12 km). Noch bis ins siebte Jahrhundert war der Schwarzwald ein undurchdringbares Waldgebiet. Fürstabt Gerbert beschreibt die „Einöde“ als „schrecklich kalt, voll von schroffen Felsen, von engen Schluchten gekrümmt und bewohnt von wilden Tieren.“ Die vielen Bären, Eber und Wölfe seien „einzigartig in ihrer blinden Wut“.

Das raue Klima und der Landschaftscharakter prägten Bewohner und den die Form des Hausbaus. Auch im bereits 894 erwähnten Dorf Tiefenhäusern war das bescheidene „Einhaus“ die Regel. Wohnräume und Stallungen im Erdgeschoß, darüber Heu und Stroh eingelagert, das Ganze von einem mächtigen Dach bedeckt – diese typische Architektur ist beim Gasthaus „Rössle“ bis heute eindrucksvoll erhalten.

Als Teil von Vorderösterreich unterstanden die Bewohner von Tiefenhäusern der Hochgerichtsbarkeit des Erzhauses Habsburg - Österreich, ausgeübt durch dessen Waldvogt in Waldshut.
In der Nähe der kleinen Johann-Baptist-Kapelle (Johanneskapelle) befand sich eine Richtstätte mit Galgen. In die Geschichte eingegangen ist besonders der 24. März 1739 mit der Hinrichtung des Dorfmeiers Jakob Leber aus dem nahen Brunnadern.
Er gehörte zu den Salpeteter -Aufständischen (www.salpeterer.de) und war bei einer blutigen Auseinandersetzung zwischen Bauern und kaiserlichen Soldaten acht Tage zuvor wegen verbotenen Tragens eines Gewehres festgenommen worden.
In jenen Jahren wurde auch das „Rössle“ schon aktenkundig, als Kaspar Freudig von Tiefenhäusern vermeldet, dass tags zuvor sein Schwiegervater, der Zapfenwirt, „das Zeitliche mit dem Ewiglichen verändert“ habe. Wunschgemäß erhielt Freudig als Nachfolger die „Zapfengerechtigkeit“. Seit 1772 tauchen dann die „Ebner“ als Wirte
auf, Einungsmeister Johannes Ebner macht den Anfang. Aus einer anderen Ebner-Linie, aus der „Tanne“ in Hochsal (am Südrand des Hotzenwaldes à
www.hotzenwald.de ), stammte Johann Ebner. Er übernahm in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rössle und sein Sohn Max setzte die Wirtetradition fort. Max Ebner war ein sehr umtriebiger Mann. Er legte eine zwei Kilometer lange Wasserleitung, die ab 1896 das Rössle samt hauseigener Brauerei und allen Nebenbetrieben versorgte. Max und seine Familie führten ein „Unternehmensnetzwerk“: einen kleinen Gemischtwarenladen (der bis in die 1970er Jahre bestand), ein Pferdefuhrwerk und von 1870 bis 1916 die Posthalterei. Ferner
gehörten eine große Landwirtschaft und die Ziegelei zum Unternehmen.

Die Initialen des Multitalents „ME“ entdecken Forschernaturen heute noch an einigen Stellen im Rössle. Nach dem ersten Weltkrieg führte Ernst Ebner Gast- und Landwirtschaft weiter und 1962 übernahm Alfred „Fredy“ Ebner, der 2002 verstarb.
Seither leitet der bekannte Gastronom Frank Porten das Rössle, das sich immer noch in Familienbesitz befindet (siehe Navigationsbutton „Die Wirtsleute“). 2003 führte Porten eine schonende, geradezu liebevolle, Renovierung durch, welche die ursprüngliche Form des Landgasthofes kongenial erhalten hat.


Essen und Übernachten

Großen Wert legt Frank Porten auf die Verwendung naturreiner regionaler Produkte. Die Küche ist regional und saisonal ausgerichtet.
Die Übernachtung in den original restaurierten alten Zimmern (mit zeitgenössischem Komfort) wird zur Zeitreise - insgesamt 16 Betten in Doppel- und Einzelzimmern stehen zur Verfügung. 25,- und 30,- € mit Frühstück pro Person/Nacht.


    Gasthaus Rössle
    Historischer Landgasthof Rössle
    Tiefenhäusern 12
    79862 Höchenschwand
    Telefon: +49 (0)7755 / 2 81
    Fax: +49 (0)7755 / 93 85 88
    eMail: info@historisches-roessle.de

    Historische Gasthäuser in Baden