Steigenberger (Konstanz)

Überlieferungen & Mythologie

Bischof Konrad geht über das Wasser

Der Heilige Konrad bei der Dominikanerinsel


Vom heiligen Konrad, dem Konstanzer Bischofe aus dem vornehmen Geschlecht der Welfen wird berichtet, er habe von Natur nicht gerne fasten wollen. Darum sei er einst an einem Fasstage, um sich zu zerstreuen und nicht in Versuchung geführt zu werden, wenn er andere essen sehe, mit einigen Fischern an das Eichhorn hinausgefahren. Da jedoch die Fischer auf Abrede seiner Diener den Tag sehr lange hinzogen, damit Konrad länger als sonst zu fasten gezwungen würde, plagte den Heiligen plötzlich der Hunger, als seine Zeit gekommen war, da er zu essen pflegte. Er trat aus dem Schiff hinaus auf das Wasser, segnete die Fischer und ging, der Fischbrücke zueilend, wie auf trockener Erde nach Hause. Da sahen seine Diener, dass es Gottes Wille war, und nahmen es ihm fortan nicht mehr übel, wenn er des strengen Fastens vorzeitig überdrüssig wurde.
Seit dieser Zeit nannte man die einstige Fischbrücke auch „St. Konradsbrücke“ und die ehemalige Pfahlwerklücke zwischen ihr und der Dominikanerinsel die „Konradslücke“. Durch sie, behaupten die alten Fischer, sei der Heilige bei seinem Gang über das Wasser hindurchgeschritten, weshalb man hier keinen Pfahl schlagen könne. Ob aber der weiße Strich, der auf dem Seegrund den Weg bezeichnen soll, den er vom Eichhorn nach der Fischbrücke genommen hat, von St. Konrads Gang herkomme, meint der Chronist, „das weiß ich nit anders, denn daß es der Fischer mir gesagt“.


Der Heilige Konrad geht über das Wasser




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