Markgräflich Badischer Gasthof Schwanen (Salem)

Anekdoten & Überliefertes

Von Sackgreifern, Beutelschneidern und unerlösten Geistern

Es war zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Eine Diebesbande von ca. 18 Leuten, angeführt von Elisabetha Frommerin, alias Alte Lisel, trieb in der Bodenseeregion bis hinauf nach Biberach ihr Unwesen. Vor den sogenannten Sackgreifern und Beutelschneidern war niemand und nichts sicher. Dummerweise gerieten sie im März 1732 an einen Polizisten. Er verhaftete die Diebe und steckte sie ins Gefängnis. Von der nahen Klosterschmiede, in der u.a. auch Handschellen angefertigt wurden, gelangte man direkt in die angrenzenden Gefängnisräume. Da das Kloster damals über die Gerichtsbarkeit verfügte, wurde ihnen auch dort der Prozess gemacht und die Alte Lisel am 17. August 1732 im Alter von ca. 40 Jahren hingerichtet.

Ihr vierter Ehemann wurde zeitglich "vom Leben zum Tode überführt". Auch ihre drei vorangegangenen Ehegatten hatte Lisel, die erfahrene Landfahrerin und Diebin, bereits an den Scharfrichter verloren. Der Prozess, welcher dem Tod von Lisel vorausging, war einer der umfangreichsten, den die Richter des Reichsstiftes Salem bis dahin geführt hatten.


Altes Gefängnis im Oberen Langbau

Ca. 5 Monate Haft bis zur Vollstreckung des Urteils

Auch einige der anderen Bandenmitglieder verloren ihr Leben durch "Strang und Schwerd". Die Gefängniszelle der Alten Lisel und die Orignaltüre existieren noch heute, sie sind jedoch nicht öffentlich zugänglich. Eine Nachbildung der Zelle im Eingangsbereich der Weinstube "Zum alten Gefängnis" vermittelt ein authentisches Bild. Außerdem ist die Kurzfassung der tragischen Geschichte um die Bandenchefin hier nachzulesen.

Trotz des gewaltsamen Todes und der Ausübung eines nicht zur Nachahmung empfohlenen Gewerbes, war Lisel zu Lebzeiten mit Sicherheit eine bemerkenswerte und charismatische Frau.

Außer dieser historisch verbürgten Geschichte einer gewitzten Räuberin ranken sich um Salem auch manche Berichte aus dem Reich der Sagen, die mit dem ehemaligen Kloster zu tun haben.

Ein Beispiel aus dem -Badischen Sagenbuch von 1898- handelt vom latenten Alkoholismus eines Mönches, dessen ruheloser Geist noch heute auf eine anständige Bestattung wartet. Sie können den ersten Teil dieser Geschichte über "Das große Fass im Klosterkeller von Salem" hier herunter laden.

Originaltüre zur Zelle der Alten Lisel

Geschichte der Alten Lisel

Markgräflich Badischer Gasthof Schwanen
Inhaber: Horst Biedermann
Im Schlossbezirk 1
88682 Salem
Telefon: +49 (0)7553 / 2 83
Fax: +49 (0)7553 / 64 17
eMail: schwanen@gmx.de
http://www.schlosshotel-schwanen.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Betriebsruhe Januar und Februar

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