Hotel Restaurant zum Ochsen (Wolfenweiler)

Rolle in der Geschichte

Poststation und Ratsstube

Der Ochsen war Gasthaus und Posthalterei. Als Poststation hatte das Haus bzw. der Ochsenwirt damit auch eine überregional wichtige Funktion im Reise- und Kommunikationswesen vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Hier im Wolfenweiler „Ochsen“ war eine der oberländischen Postanstalten, die in bestimmten baden-durlach`schen Orten von der markgräflichen Regierung festgesetzt waren (weitere Informationen unterhalb der Bilder).


Die einst wichtige Reichs – Postverbindung von Frankfurt nach Basel mit der ehemaligen Posthalterei, dem Gasthof Ochsen. Die Strasse heisst heute immernoch treffend "Basler Strasse".

Durch Wolfenweiler preschten täglich die „Geschwindigkeitskutschen“ der von Thurn und Taxis (Betreiber der kaiserlichen Reichspost) und machten im "Ochsen" Halt. Oben im Bild (Rechte?...unbekannt) die etwas "gemütlichere" Variante des Postverkehrs.


"Das Gasthaus zum Ochsen wird von einem Glockentürmchen überragt, das die Jahreszahl

1595 trägt. In der Mitte des Giebels ist außerdem eine Steintafel mit dem Wappen der Herrschaft Badenweiler von 1586 eingemauert, deren Inschrift über damalige Frucht- und Brotpreise berichtet." Aus "Kunstdenkmäler Baden, Kreis Freiburg" von 1904.

Weiteres zur Rolle als Poststation

Posthalter waren meist Privatunternehmer, die vertraglich vereinbarte Dienste beim Pferde- und Wagenwechsel, der Unterbringung von Reisenden und Pferden sowie der Verköstigung leisteten. Meist betrieben die Posthalter gleichzeitig einen Gasthof.

Die Kaiserliche Reichspost wurde zwischen 1490 und 1806, in Teilen Deutschlands sogar noch bis 1867 vom Adelsgeschlecht der Thurn und Taxis betrieben. Bereits ab 1801 stellte der Badische Staat zunehmend die Rahmenbedingungen und übernahm ab 1811 das gesamte Postwesen. 1819 liefen wöchentlich vier Kurse von Frankfurt bis Basel, und von 1821 an verkehrten auf der Strecke bequemere Postkutschen (Diligencen) mit bis zu zwölf Sitzplätzen. Ab 1837 verkehrte täglich ein Eilwagen auf dieser Strecke – siehe Link „Das Postwesen“ (unten auf dieser Seite).


Im "Ochsen" befand sich eine "Ratsstube"
Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden (nicht nur) in kleineren Gemeinden die Sitzungen des Gemeinderates in Ratsstuben mit Tavernenrecht abgehalten. Das war eine praktische Sache, da der Wirt die Räume pflegen und beheizen musste und bei den Sitzungen jederzeit notwendige Speis und Trank bereit standen. Teilweise wurde bereits beim Bau entsprechend konzipiert und das "Sitzungs-Wirtshaus" mit entsprechenden Vereinbarungen verpachtet. Um die Nutzung bestimmter Räume als Rathaus und Gemeindestube auch bei Inhaber - Wirten sicher zu stellen, liessen sich die Gemeinde dieses Recht schriftlich sichern. Meist waren die Sitzungen kostenfrei, der Wirt hatte den Verzehrgewinn und bekam meist auch günstige Konditionen.
Nicht selten waren Ratsmitglieder oder der Bürgermeister selbst Wirte. Spätestens ab Mitte des 20. Jahrhunderts hatten auch die kleineren Gemeinden eigene Immobilien (und ohne "Taverne") als Rathäuser Viele dieser ehemaligen "Ersatz - Rathäuser" tragen noch die Bezeichnung "Stube" im Namen. Im Turmerker des „Alten Ochsen“, tagte bis 1851 der Ortsrat, sogar der alte Ratstisch ist im Gasthof noch erhalten (aber nicht öffentlich zugänglich) - siehe Fotogalerie "Streifzüge".

Geschichtliche Informationen liefern auch das Alter der Kellergewölbe oder Kritzeleien von 1823 auf dem Speicher. Letztere stammen wohl von hier untergebrachten Soldaten.

Weitere Informationen zu diesen Themen im Internet


Hotel Restaurant zum Ochsen
Familie Winkler
Basler Strasse 50
79227 Wolfenweiler
Telefon: +49 (0)7664 / 65 11
Telefon: +49 (0)7664 / 6 13 99 50
eMail: info@hotel-ochsen.de
http://www.hotel-ochsen.de

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