Hotel Restaurant Pfaffenkeller (Wollbach bei Kandern)

Rolle in der Geschichte

Wollbacher Pfarr- und Domänenhaus

Der heutige Pfaffenkeller war zu frühen Zeiten das Wollbacher Pfarr- und Domänenhaus, das zur gegenüberliegenden Wollbacher Kirche gehörte. Laut Geschichtsbüchern wurde es 1618 erbaut. Funde der Familie Gysin-Spitz bei der Sanierung deuten aber darauf hin, dass die Ursprünge des Hauses wohl bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen.


Wollbach auf einer Karte des Badischen Oberlandes (um 1840) - zum Vergrößern bitte anklicken

In diesem gesuchten Werk...


wird der heutige Pfaffenkeller (Domänenhaus) beschrieben. Haben Sie bei Ihrem Besuch dort die Steinmetzzeichen noch entdecken können?

Darauf weisen gotische Elemente im Baustil wie die dafür typischen Spitzbögen hin. Außerdem fanden die jetzigen Besitzer eine steinerne Fratze aus der Gotik.

Geschichtlich belegt ist, dass das Pfarrhaus im Jahr 1618 von Pfarrer Franz (Franziskus) Gut und seiner Frau Maria Föckler erbaut wurde. (Der Name findet sich auch als Guth, Guot, Gutt und Güthlin in den Geschichtsbüchern.) Dies belegt das Wappen im Rundbogen des Portals: Das Wappen der Familie Gut (drei Ährenbündel) zusammen mit dem Wappen seiner Frau Maria Föckler, einen von zwei Armen gehaltenen Amtsstab sowie den Initialien F G – M F. Das Wappen der Familie Gut von Winterbach, die in der Wollbacher Gemarkung mehrere Güter besaß und zu der auch Pfarrer Franz Gut gehörte, ging übrigens 1962 in das neu geschaffene Wollbacher Wappen ein.

Franz Gut wurde um 1567 als Sohn des Superintendenten Franz Gut in Ötlingen bei Lörrach geboren. Sein Vater war katholischer Pfarrer in Ötlingen. Als jedoch das Markgräfler Land am 1. Juni 1556 im Zuge der Reformation evangelisch wurde, trat auch der dortige Pfarrer Franz Gut senior mit seiner Gemeinde zum evangelischen Glauben über. Dies ermöglichte ihm, seine Magd Barbara Wessner, mit der er bereits mehrere Kinder hatte, zu ehelichen. Im Oktober 1556 ließen sich die beiden in Ötlingen trauen.

Die Kinder des Paares gingen später sehr verschiedene Wege: Tochter Barbara ehelichte den Vogt Hans Herbster aus Tumringen. Sohn Johannes wurde an der Universität Basel ein berühmter Jurist und als Professor für Institutionen, Kodex und Pandekten tätig. Fünfmal wurde Johannes Gut auch zum Rektor der Universität ernannt. Sohn Franz trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Pfarrer. Von 1608 bis zu seinem Tod 1623 war er Pfarrer an der evangelischen Kirche in Wollbach. Gleichzeitig war er in Personalunion als Berichterstatter für den Markgrafen in puncto Steuern und weiteren Angelegenheiten tätig. Eine Doppelfunktion, die ihm nicht nur Freunde in Wollbach bescherte.

Während seiner Pfarrzeit musste Franz Gut nicht nur diese Doppelfunktion bewältigen, sondern gleich zu Beginn seiner Wollbacher Zeit auch mit dem strengen Winter 1608/09 kämpfen. Kurz darauf folgte die verheerende Pest zwischen 1610 und 1612, der viele Wollbacher Bewohner zum Opfer fielen, darunter auch zwei Kinder des Pfarrers.

Im Jahr 1618 baute er zusammen mit seiner Frau Maria Föckler, der Tochter des Haltinger Pfarrers Isaac Föckler, das stattliche Pfarrhaus in Wollbach. Da sich hier aufgrund von Guths Doppelfunktion gleichzeitig die Domänenverwaltung des Markgrafen befand, bezeichnet man das Haus als Pfarr- und Domänenhaus. Aufgrund des 30jährigen Krieges, der 1618 ausbrach, wurden Teile des Hauses erst später vollendet.

Franz Gut starb am 29. Dezember 1623 in Wollbach.

In späteren Jahrhunderten wurde das Pfarrhaus von Bauersfamilien bewohnt. Eine davon war die Familie Mößlin. Deren Tochter Agnes heiratete im Sommer 1845 den Wollbacher Vikar Friedrich Ludwig Raupp, der von 1836 bis 1844 seine Vikarzeit bei seinem Vater, dem Pfarrer der Wollbacher Kirche, absolvierte.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verfiel das Anwesen, zu dem neben dem Haupthaus auch drei Nebenbauten gehören, immer mehr. Bis zum Jahr 1996 gab es im Haus nicht einmal Toiletten mit direktem Wasser. Und auch die Wasserleitungen waren stark veraltet. Als die Familie Gysin-Spitz das Anwesen erwarb, baute sie es baubiologisch auf den Zustand um 1860 zurück. Dabei wurden alle Wände erhalten. Und auch die Treppe ins Obergeschoss wurde wieder aufgebaut (zwischenzeitlich befand sich hier im Haus eine Betontreppe). Und die neuen Besitzer bauten erstmals eine Heizung in den Wohngeschossen ein. Bis 2008 wurde das Haus nur durch einen Ofen in der unteren Etage beheizt.

Agnes Raupp-Mößlin (1820-1918)

Friedrich Ludwig Raupp (1814-1899)

Weitere Informationen zu diesen Themen im Internet



Claude und Georg Gysin-Spitz heissen Sie herzlich willkommen
Hotel Restaurant Pfaffenkeller
Pfaffenkeller Betriebe GmbH
Rathausstraße 9
79400 Wollbach bei Kandern
Telefon: +49 (0)7626 / 9 77 42 90
Fax: +49 (0)7626 / 97 74 29 99
eMail: info@pfaffenkeller.de
http://www.pfaffenkeller.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Montag und Dienstag

Historische Gasthäuser
                    und Gasthöfe in Baden