Konzil Gaststätte (Konstanz)
Rolle in der Geschichte
Vom Lagerhaus zum Kaufhaus, zur Altertumshalle und zum Restaurant
Zur Blütezeit des Handels zwischen 1350 und 1460 war Konstanz eine der wohlhabendsten Städte Oberdeutschlands mit dem größten bürgerlichen Vermögen. Das neue Gebäude stand unter der Aufsicht des Rats, der einen städtischen. Beamten als „Hausherrn“ einsetzte. So war es möglich, unter öffentlichem Schutz ein Warenlager zu unterhalten, gleichzeitig eine Börse für die von den Webern gebrachte Ware und die erste Verkaufsstelle auf deutschem Boden für die nach Norden reisenden Lombarden. So wurde es vier Jahrhunderte lang als Lagerhaus genutzt.Die Stadt stellte für die öffentliche Schau bestimmte Erinnerungsstücke in ihrem altehrwürdigen Kaufhaus aus. 1788 waren die Thronsessel von Papst Martin und Kaiser Sigismund, hölzerne Wehrschilder, die mit dem Konstanzer Wappen bemalt sind, alte Kriegsrüstungen, Helm und Leibharnisch, Panzer, Wurfpfeile, Streitaxten u.a. ausgestellt. Mit diesen Anfängen verbindet nun der angesehene und vermögende Goldschmied Josef Kastell sein privates "Antiquitätenkabinett" und eröffnet 1824 die Konstanzer "Altertumshalle". Für die Besichtigung wurde behördlich das Eintrittsgeld festgesetzt und ein Fremdenbuch aufgelegt. Nach dem Tod von Kastel übernahm Josef Fickler die Altertumshalle, die neben Denkwürdigkeiten aus der Konzilzeit auch Reliquien von Hus, Missale des Papstes Johann XXIII., Funde aus dem Thurgau und aus Windisch, Waffen und Handschriften aus dem Mittelalter usw. enthielt.
Im Jahr 1836 war die Stadt in einer wirtschaftlich hoffnungslosen Lage und gezwungen, den Zoll in das Kaufhaus einziehen zu lassen. Es wurde ein Zollüberwachungsgebäude angefügt, das im Volksmund nicht besonders schmeichelhaft „Patronentasche“ genannt wurde. Vermutlich kommt der Name daher, weil sich der Bau wie eine um den Bauch getragene Patronentasche an das bestehende Gebäude schmiegt.
Von 1839 bis 1842 wurde ein Hafen gebaut. Zuvor war das Kaufhaus durch einen schiffbaren Kanal mit dem See verbunden, damit die Waren unmittelbar vom Schiff ins Haus gehievt werden konnten. Durch den Hafen wurde das Gebäude endgültig vom See getrennt. Als Konstanz 1863 an das Bahnnetz angeschlossen wurde, ging die Bahntrasse westlich am Konzil vorbei. Ein Schienenstrang wurde jedoch durch das Erdgeschoss gelegt, zwischenzeitlich aber wieder entfernt.
Schon 1885 stellte das Bauamt fest, dass das Schlimmste für den weiteren Bestand des Gebäudes befürchtet werden muss wenn nichts geschieht. Im riesigen Dach waren Streben lose, die unteren Pfosten neigten sich bedenklich zum See hin, gewaltige Risse waren im oberen Teil festzustellen usw. Vor allem der Brandschutz war nicht gewährleistet. 1887 begann die Stadt, das Konzilgebäude zu erneuern. Trotz Finanzmisere wurden Gutachten von bekannten Architekten angefordert. Von all den Vorschlägen wurde aus Kostengründen nichts verwirklicht. 1905 legte der neue Stadtbaumeister drei Projekte vor, die am historischen Äußeren des Gebäudes fast keine Veränderung vorsahen. Nur innen sollte umgestaltet werden. Vor allem galt es, für Feuersicherheit und Fluchtwege zu sorgen: das Dach der Patronentasche wurde mit einer Eisenbetonplatte versehen und erhielt eine Außentreppe. So konnte das Dach als Freiterrasse auch gastronomisch genutzt werden. Die Außentreppe diente als Fluchtweg für das obere Stockwerk im Brandfall. 1910 wurde dann ein Umbau genehmigt, der bis 1911 dauerte. Es entstanden ein Konzertsaal für 600 Personen, ein Restaurant in der "Patronentasche", eine Gartenterrasse sowie ein großer Kongress- und Festsaal mit modernen technischen Einrichtungen. Zum ersten Mal wurde 1912 durch den Konstanzer Hotelier Georg Kohler jr. das Konzil auch als Restaurant genutzt. Es dauerte noch bis in die zwanziger Jahre, bevor man den imposanten Bau auch gezielt für die Werbung für den Fremdenverkehr einsetzte. 1970 musste das Haus erneut renoviert werden.
Das Konzil wird heute für Kongresse, Konzerte, Fastnachtsveranstaltungen und private Feiern genutzt.
Die Grabungen am Konzil im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart ergaben, dass das Konzil-Fundament gegen die Stadmauer stößt, aber nicht mit ihr verbunden ist. Das bedeutet, dass die Stadtmauer zuerst da war.
Konzil Gaststätte
Konzil Konstanz
Hafenstraße 2
78462 Konstanz
Telefon: +49 (0)7531 / 2 12 21
eMail: mail@konzil-konstanz.de
http://www.konzil-konstanz.de/
Ruhetage: Kein Ruhetag, die Konzilgaststätte ist von 10.00 - 22.00 Uhr geöffnet.
Konzil Konstanz
Hafenstraße 2
78462 Konstanz
Telefon: +49 (0)7531 / 2 12 21
eMail: mail@konzil-konstanz.de
http://www.konzil-konstanz.de/
Ruhetage: Kein Ruhetag, die Konzilgaststätte ist von 10.00 - 22.00 Uhr geöffnet.








