Gasthaus Falken (Neudenau)

Die Wirtsleute

Zwei Wirtefamilien

Die Besitzer des Falken sind seit Beginn der Gastwirtschaft die Nachkommen von zwei Familien. Der erste im Neudenauer Archiv genannte „Falkenwirth“ war Thomas Grißelich (oder auch Grißlich), 1728 geboren. Ob schon sein Vater Wirt war, ist nicht überliefert, aber er war ein Handwerker, da er als Zunftmeister genannt wird. Auf Thomas Grißelich folgte dessen Sohn Benedikt, der erleben musste, dass sein Besitz bei einem Großbrand 1798 abbrannte. Dies stellte für den damals 34jährigen Metzger und Wirt eine Herausforderung dar. Ein notwendiger Neubau bot die Chance, ein großes, schönes Haus zu bauen, und kurze Zeit später bat er um die Erteilung einer „Conzession“. Der Reichsgraf Wenzel von Leiningen zu Neudenau erteilte die Schildgerechtigkeit am 8. August 1803. Benedikt Grißelich war ein angesehener Bürger, ab 1823 auch Stadtrat in Neudenau. Ihm folgte 1845 sein Sohn Thomas, dann dessen Sohn Theodor Grißlich (Grißelich).
Das Jahr 1887 brachte dann eine Veränderung für den FALKEN, denn er wechselte nach 6 Generationen in der Familie Grißelich den Besitzer.


Falkenwirt B. Grießlich erhält die Schildgerechtigkeit (Übertragung der Schrift von Elisabeth Straßer). Seit 1887 betrieben dann die Vorfahren des heutigen...

Falkenwirtes, Rainer Fallmann, das historische Gasthaus.


Hier mit Bürgermeister Manfred Hebeiß (links) bei den Feierlichkeiten zur Aufnahme als Historisches Gasthaus (Download zu diesem Ereignis demnächst im Kapitel "Weiterführende Informationen").

Weitere Persönlichkeiten der Wirtelinie Frank - Fallmann (auch die beachtlichen "Künstler") sind im Gasthaus verewigt; Rainer Fallmann erläutert Ihnen gerne die genealogischen Zusammenhänge.

Die Frank - Fallmann Dynastie

Der Bierbrauer und Wirt des Gasthauses „Zur Brücke“, Thomas Frank, kaufte für seinen noch ledigen Sohn Theodor die Falkenwirtschaft für die Summe von 14.650 Mark. Weshalb Theodor Grißlich den FALKEN verkaufte und nach Karlsruhe ging, weiß niemand zu sagen. Theodor Frank, Landwirt, trat jedoch sofort die Falkenwirtschaft an. Zwei Jahre später heiratete er Theresia Schäfer. Es ist überliefert, dass er während des ersten Weltkrieges „arme und mittellose Reisende“ beherbergte. Nach 42 Jahren als Falkenwirt überschrieb er seinen Besitz 1929 an seine Kinder.
Der Sohn Alois Frank, ebenfalls Landwirt, übernahm den FALKEN und betrieb ihn im Nebenerwerb, außerdem hatte er eine eigene Brennerei. 33 Jahre lang war er Inhaber des FALKEN, am 2. März 1962 unterschrieb er den Übergabevertrag zwischen ihm und seiner Tochter Elisabeth (genannt Elsa) Fallmann geb. Frank. Das damals zuständige Landratsamt Mosbach erteilte dann 1972 die Genehmigung, dass Elsa Fallmann geb. Frank die bestehende, auf Realgewerbeberechtigung beruhende Schank- und Speisewirtschaft ZUM FALKEN weiterbetreiben darf. Elsa war Schneiderin, ihr Ehemann Richard Frank Landwirt. Auch sie betrieben die Gastwirtschaft „so nebenher“, und im Gasthaus wurde vorwiegend Selbsterzeugtes serviert.
Elsas Sohn und heutiger Wirt Rainer Fallmann übernahm 1978 die Gastwirtschaft. Schon ab 1977 wurde ein Generalumbau des denkmalgeschützten Hauses gestartet: Die Scheune wurde zum Nebenzimmer, aus dem Stall im Untergeschoss entstanden neue Toiletten.
Rainer Fallmann lernte zuerst Konditor in Heilbronn, später Koch in Pfaffenhofen. Im FALKEN ist er der „Alleinherrscher“. Bis zu 20 Gäste kann er meistern, wenn nicht alle gleichzeitig kommen. Dann macht er den Ausschank, kocht und bedient alleine. Wenn er Hilfe braucht, sind mehrere Menschen für ihn abrufbereit. Am Sonntag ist den ganzen Tag geöffnet, da kommen schon Helfer aus dem Ort. Unter der Woche sind abends die Vereine zu Gast, zum Beispiel der Gesangverein oder die Tischtennis-Spieler. Dann kann auch schon mal ein Stammgast das Bier zapfen, wenn Rainer in der Küche beschäftigt ist. An bestimmten Tagen kann man hier essen, was es früher bei Großmutter oder Mutter gab: Einfache, herzhafte ländliche Kost. (Webseite des Falken beachten).
Leider hat Rainer Fallmann keine Erben, was mit dem FALKEN wird, wenn er sich zur Ruhe setzt, ist ungewiss. Dabei ist es die einzige Gastwirtschaft in der Altstadt Neudenaus.

Elsa Fallmann geb. Frank mit Ehemann Richard

Rainer Fallmann, heutiger Wirt, Sohn von Elsa und Richard und Urenkel von Theodor und Theresia Frank


Gasthaus Falken
Inh. Rainer Fallmann
Obere Brunnengasse 2
74861 Neudenau
Telefon: +49 (0)6264 / 4 00
Telefon: +49 (0)171 / 5 25 20 90
Fax: +49 (0)6264 / 64 47
eMail: rainer.fallmann@t-online.de
http://www.gasthaus-falken.de/

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