Zur Weserei (Kandern)

Anekdoten & Überliefertes

Überliefertes zur Einkehr von Johann Peter Hebel und Georg Herwegh in der Weserei

Zu den Gästen der Weserei zählte schon Johann Peter Hebel (1760 – 1826). Nach seinem Theologiestudium war Hebel einige Zeit Hauslehrer und Vikar in Hertingen im Markgräfler-Land, bevor er zum Präzeptoratsvikar am Pädagogium in Lörrach ernannt wurde. Zur gleichen Zeit war Hebels Freund Wilhelm Engelhard Sonntag als Vikar bei Pfarrer Christian Ludwig Fecht in Kandern tätig. Zu gemeinsamen Gesprächen traf man sich wahrscheinlich in der Weserei.


Johann Peter Hebel (1760 - 1826); in der Weserei begegnen Sie diesem uralemannischen Dichterfürsten auf Schritt und Tritt...

Georg Herwegh (1817–1875) nach einem Gemälde von Conrad Hitz


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Dem Dichter zu Ehren wurde eine Gaststube der Weserei in Hebel-Stube umbenannt. Hier finden sich auch mehrere Portraits von ihm. Hebel hat die Weserei in einigen seiner Werke verewigt. Das Zitat aus dem „Gespenst an der Kanderner Straße“ hat Julius Kibiger in seine kunstvollen Malereien an der Außenfassade des Gasthauses eingeflochten. Auch der unvergessene Markgräfler "Engeli-Moler" Adolf Glattacker (1878 – 1971) hat Hebels Gespensterszene als Gemälde verewigt (siehe Bild unten links).

Zitat aus „Das Gespenst an der Kanderner Straße“ von Johann Peter Hebel:

Er goht druf dar und über Steg und Bruck,
Se maut sie eben all’wil witer z’ruck;
Und wenn er meint, er seig jez bald dehei,
Se stoht er wieder vor der Weserei.

Und auch in Hebels Werk „Die Wiese“ taucht die Weserei auf:

Aber rothet jez, wo’s hofertig Jümpferli higoht!
Denk wohl, uffe Platz, denk wohl zuer schattige Linde,
Oder in d’Weserei, und zue de Husemer Chnabe?
Hender gmeint? jo wohl! Am Bergwerch wisperlets abe,
Lengt e wenig duren und trüllt e wengeli d’Räder,
Was der Blosbalg schnufe mag, aß d’Füürer nit usgöhn.

Auch der Freischärler Herwegh war schon im Gasthaus Zur Weserei
Im April 1848, dem Jahr der Badischen Revolution, spielte sich nahe der Weserei noch ein „schlagkräftiges Ereignis“ ab. Zwei Freischärler-Züge unter der Leitung von Hecker und Sigel waren auf dem Marsch nach Freiburg. Der sozialistisch-revolutionäre Dichter des Vormärz`, Georg Herwegh (1817 – 1875), wollte Hecker zusammen mit der „Deutschen Demokratischen Legion“ von 650 Mitstreitern zu Hilfe eilen. Dabei kam Herwegh auch nach Kandern und kehrte in der Weserei ein. Allerdings ereilte die Mannen in Kandern die Nachricht, dass Heckers Freikorps bei der Schlacht auf der Passhöhe Scheideck eine vernichtende Niederlage durch die hessischen Truppen unter Friedrich von Gagern erlitten hatten. So kam es zu keinem Zusammenschluss von Herwegh und Heckers Leuten. Herweghs Legion setzte ihren Marsch allein fort, wurde aber wenig später, am 27. April 1848, von württembergischen Truppen in der „Schlacht von Dossenbach“ bei Schopfheim besiegt. Herwegh selbst konnte in die Schweiz flüchten.

Das Gespenst... nach A. Glattacker (aus "Kandern" von Albert Eisele, 1956)

Oben: die legendäre Schlacht auf der Scheidegg bei Kandern


Zur Weserei
Familie Ullrich Kramer
Hauptstraße 81
79400 Kandern
Telefon: +49 (0)7626 / 4 45
Telefon: +49 (0)7626 / 70 00
Fax: +49 (0)7626 / 65 81
eMail: info@weserei.de
http://www.weserei.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Ruhetage im Restaurant:
Montag ganztägig
Dienstag bis 17 Uhr

Das Hotel ist ganzjährig täglich geöffnet.

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