Landgasthaus zum Adler (Elzach-Yach)

Anekdoten & Überliefertes

Vorsicht: der Adlerwirt...

Rosa Fischer, eine Yacherin, zum Zeitpunkt der Recherche 85 Jahre alt, erzählte dem heutigen Adlerwirt von dessen Opa. Als Kind wurde sie und die anderen Kinder im Ort mit dem Ausruf "Der Adlerwirt kommt" in Angst und Schrecken versetzt. Es war bekannt, dass dieser immer dunkel gekleidete Wirt, der auch Metzger* war, mit Rucksack zu den Schlachtungen zog. Im Rucksack befanden sich ganz normale Fleischergeräte: Wurstpresse, Fleischwolf und Darmputzmaschine. Diese waren aber waren nicht zu sehen, sondern nur der 80 bis 100 cm lange Schlagbolzen an dem die scharfen Metzgermesser hingen ragte heraus. Für die Kinder ein äußerst unheimlicher Anblick - auch wenn er gar nicht unterwegs war, wirkte die Erinnerung an die beunruhigenden Geräte des Adlerwirtes...
Metzger*: siehe dazu Bilder im Kapitel "Rolle in der Geschichte" (ganz unten)


Man lebte überwiegend von der Landwirtschaft - auch im "Adler".

Links Karl Gießler, Vater von Christian, und rechts der "rigorose Opa" (s.u.).

Aber ein wenig rigoros muss der alte Adlerwirt schon gewesen sein,

...kostete ihn der Wiederaufbau nach dem ersten Weltkrieg schon gehörig Nerven, konnte er nämlich nicht noch zusätzlichen "Behördenkram" vertragen. Kam ihm ein "Sesselfurzer" dumm daher, reagierte "Opa" zunehmend gereizt und verlor die Geduld. Am Stammtisch sitzend hatte er sein scharfes Metzgermesser immer zur Hand, um das Speckvesper zu schneiden. Wurde dann ein Staatsdiener allzu lästig, rammte er vor seinem Gegenüber das Messer mit voller Wucht und finsterer Mine in den Holztisch. Darauf verzog sich der ungeliebte Gast meist schneller als er gekommen war und tauchte nicht wieder auf. Der Tisch, den es leider nicht mehr gibt, soll unzählige Einstiche gehabt haben.

Die Glücksuhr

Es ist überliefert, dass der damalige Wirt Matthias Burger die alte Familienuhr als einziges aus dem brennenden Haus rettete. Diese galt später als etwas Besonderes und als Glücksbringer. "Solange die Uhr im Haus ist, kann nichts passieren" glauben die Adlerwirte bis heute. Wie früher üblich, durften nur Männer sie aufziehen. Lag der Großvater oder Vater krank im Bett, stand die Uhr still.

Eine andere Tradition wird mit dieser Uhr bis heute gepflegt. Bei jeder Hochzeit, die im "Adler" gefeiert wird, werfen Braut und Bräutigam je einen geheim geschriebenen Zettel in den tiefen Uhrenkasten, für den es nur einen einzigen Schlüssel gibt. Nie hat jemals ein Mensch diese Wunschzettel gesehen, obwohl die neugierigen Buben (Christian und sein Bruder) schon manchmal vergeblich versuchten, in die Tiefe zu gelangen. Eine echte Chance hatten sie nie. So schlummern die geheimen Wünsche weiter tief im Uhrenkasten. Nur wenn sich bei einem Brautpaar Nachwuchs anmeldet, ist es nicht schwer, den Inhalt des Zettels zu erraten.

Scheibenschlagen

ist ein uralter Brauch in Mitteleuropa und gehört in unseren Breitengraden zur schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Es leitet die Fastenzeit ein und soll den Winter vertreiben. Dabei werden glühende Holzscheiben mit einfachen Stecken von den Berghängen ins Tal geschleudert. Im Elztal findet das "Schiibeschlage" am Sonntag Laetare statt. Jede Menge Scheiben, die nicht zum Brennen hergestellt wurden, kann man im "Adler" sehen. "Lätare 2014, Vergelt`s Gott, Adli" ist z.B. auf einer zu lesen. Ein unkonventionelles Dankeschön für die Bewirtung im "Adler".

Das Familienwappen

Markanter historischer Grenzstein zwischen Yach und dem Prechtal mit dem badischen und fürstenbergischen Wappen


Landgasthaus zum Adler
Christian Gießler
Dorfstraße 48
79215 Elzach-Yach
Telefon: +49 (0)7682 / 85 94
eMail: service@adler-yach.de
http://www.adler-yach.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch
geöffnet: Montag, Donnerstag, Freitag, Samstag ab 16.00 Uhr, Sonn- und Feiertage ganztägig

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