Gasthaus zum Kreuz (Freiburg-Kappel)

Anekdoten & Überliefertes

Kalbsnierbraten für Albert Schweitzer und ein Stollen für die Hebamme

Im Bauernstüble des "Kreuz" trafen sich 1951 keine Geringeren als Leo Wohleb und der Afrika-Mediziner Dr. Albert Schweitzer, um wichtige Inhalte der zu erwartenden gemeinsamen Verfassung (die dann am 25. April 1952 in Kraft gesetzt wurde) der Bundesländer Baden und Württemberg zu besprechen!


Das Bauernstüble im 1. Stock gibt es noch...

und es ist bestens für kleinere Feste mit bis zu 40 Personen geeignet.


(Foto: Deutsches Bundesarchiv)

OBEN: Leo Wohleb (1888 - 1955) war der letzte Staatspräsident Badens (Foto: dpa/SZ Photo) LINKS: Albert Schweitzer, Arzt, Theologe, Organist, Philosoph und wahrer Menschenfreund gründete das berühmte Krankenhaus in Lambaréné (Zentralafrika).

Die Altbadener kämpften vier Jahre gegen den Zusammenschluss der seit Kriegsende eigenständigen Bundesländer. Sie fürchteten die "schwäbische Dominanz". Dass der Zusammenschluss dann doch -und zwar freiwillig, durch Abstimmung- erfolgte, war ein Resultat pragmatischer Vernunft.

Doch zurück zum vorbereitenden Gedankenaustausch der beiden (scheinbar) ungleichen Badener: Nachdenken macht hungrig. So bestellte sich Albert Schweitzer gerne Kalbsnierenbraten, welcher für ihn nach seinen speziellen Angaben aus verschiedenen Stücken Kalbfleisch vom örtlichen Metzger vorbereitet und in der Küche des "Kreuz" vollendet wurde. Wie Michael Hug noch vom Vater weiß, war dieser Kalbsnierbraten ein regelrechter "Fleischbollen" von ungefähr 20 cm Durchmesser.

Aber dem Arzt und Menschenfreund hat er außerordentlich gemundet. An erste Stelle setzte er zwar mimmernoch die Kochkunst seiner Oma aus dem Elsaß, jedoch sei der Kalbsnierbraten im "Kreuz" der zweitbeste seines Lebens gewesen. Mit dieser Aussage gingen Mediziner und Braten in die Kreuzwirts-Chronik ein. Solch "fleischliche Gelüste" hätte man dem in Afrika spartanisch lebenden, sehr religiösen, Albert Schweitzer eigentlich gar nicht zugetraut.

Der Stollen für die Hebamme - linkes Bild unten
*** Bild: Forschergruppe Steiber; siehe WWW.SCHAUINSLAND.DE

In der Umgegend gab es nur eine Hebamme, welche in Kappel wohnte. Wurde diese im Winter dringend in Hofsgrund gebraucht, durfte sie durch den Stollen (oben im Bild*** als durchgehende blaue Linie). Daher auch "Hebammen-Stollen". Zum VERGRÖSSERN anklicken!

Vor dem Gasthaus Kreuz teilen sich Obertal (links) und Untertal. Wenn der Schnee sehr hoch lag, war das Umlenken für die Kutscher schwierig-das Kruzifix stand damals weiter vorne, genau an der Stelle, wo die Gefährte den richtigen Weg einschlagen mussten.


Gasthaus zum Kreuz
Michael Hug
Großtalstr. 28
79117 Freiburg-Kappel
Telefon: +49 (0)761 / 62 05 50
Fax: +49 (0)761 / 6 20 55 40
eMail: Gasthaus.KreuzKappel@t-online.de
http://www.gasthaus-kreuz-kappel.de/

Ruhetage/Öffnungszeiten: Ruhetage Montag + Dienstag

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