Gasthaus Ahorn (Titisee-Neustadt/Schwärzenbach)

Entdeckungen im Gasthaus

Hochzeitsuhr und Lebenstufenbilder

Vorsicht! Hoch gewachsene Menschen sollten beim Betreten des Gasthauses den Kopf einziehen, die niederen Türen könnten sonst Probleme bereiten. Innen wartet eine authentische Wirtsstube mit sechs kleinen Fenstern, Kachelofen, Dielenboden, tief eingezogenen Decken und ländlich-familiärer Stimmung. Erster Eindruck: hell, aufgeräumt, freundlich, gemütlich, echt, gut. In gebrochenem Weiß gehaltene Holzvertäfelungen an Wänden und Decken und der Verzicht auf jegliche folkloristische Dekoration lassen die Gaststube gerade in ihrer Schlichtheit anziehend wirken.

Von wegen schlicht! Man muss die Schätze nur sehen! Als erstes fällt die große Standuhr ins Auge, eine Rarität, die man sonst fast nur noch im Museum sieht. Aber sie gehört zum "Ahorn" seit fast 100 Jahren. Mit den Namen des Wirtepaares Wilhelm Knöpfle und Sophia Eckert versehen wurde sie deren Hochzeitsuhr.


Lebensbrücke Mann

Lebensbrücke Frau

Ursprünglich gefertigt war die Standuhr von der in der Region ansässigen Uhrmacherfamilie Winterhalder für den Verkauf in England. In England angekommen, fand sie jedoch keinen Abnehmer und kam so in ihre Heimat zurück und als Hochzeitsuhr der Eheleute Knöpfle in das Gasthaus Ahorn. Das handwerkliche Meisterstück läuft -einmal aufgezogen- noch heute 30 Tage lang und zeigt außer den Stunden, Minuten und Sekunden auch die Mondphasen. Dies war früher für einen bäuerlichen Betrieb äußerst wichtig, da alle Tätigkeiten von der Aussaat bis zum Schlachten nach dem Stand des Mondes ausgerichtet wurden.

Neben der Standuhr vervollständigt der über Eck gemauerte wuchtige grüne Kachelofen die gemütliche Stubenatmosphäre. Der ideale Platz, um am Ofentisch ein Schwätzchen zu halten und über Gott und die Welt zu diskutieren.

Keiner weiß, wer S. Dietsche war, der das Gasthaus Ahorn malte und signierte. Die Vermutung liegt nahe, dass sich ein talentierter Gast von der Hofansicht inspirieren ließ. Seitdem ziert das Bild die Gaststube.

Auch über den Ursprung der Lebensstufenbilder weiß man nur, dass sie ca. 100 Jahre alt sind. "Es hing schon hier, als ich auf den Hof kam" gab schon Theresia Knöpfle an. Und das war 1922, da zog sie als junge Ehefrau und Wirtin im "Ahorn" ein. Lange Zeit hing die Lebensbrücke des Mannes alleine in der Wirtshausstube. Was fehlte, war die passende Frau dazu. Ein weiblicher Gast hatte schließlich ein Einsehen und brachte den Brüdern Benz das Pendant: Die Lebensbrücke Frau. So fand zusammen was zusammen gehört!

Erst beim Rundgang durch den Ökonomieteil erschließt sich dem Betrachter die gigantische Größe des Hofgebäudes. Treten wir ein durch die Brunnenhütte, in der vor nicht allzu langer Zeit noch die Toilette des Gasthauses untergebracht war. Davor wurde außer am Brunnentrog im Freien hier das Vieh getränkt. Noch heute reicht das Wasser der hauseigenen Quelle für die flüssige Versorgung des Viehs.

Angenehm kühl ist es im Kellergewölbe. Für die Vorratshaltung der Getränke sind die Temperaturen nahezu ideal. Nur die Kühltruhen für die Lebensmittelvorräte geben einige Wärme ab.

Seit 2010 der neue Stall gebaut wurde, stehen die alten Viehboxen verlassen und leer. Aber in der Etage darüber wird noch Heu und Stroh gelagert. Über Holzstiegen geht es noch höher hinauf auf den Dachboden. Das alte Gebälk ist gespickt mit alten Holznägeln, ein weiterer Beweis dafür, dass der Ahornhof uralt ist und nie einem Feuer zum Opfer fiel.

Kann das sein? Ein würziger Duft von geräuchertem Schinken steigt in die Nase. Tatsächlich tut ein alter Räucherofen auf dem Dachboden noch seine Dienste. Die betagte Dreschmaschine hat dagegen ihren Geist längst aufgegeben.

Viel Platz und viele Ideen. Zwei Ferienwohnungen sind für 2015/2016 angedacht. Auch für Musik- oder Theaterevents würde die Tenne den perfekten Rahmen bilden. Jazz im Hof hat es schon gegeben und findet auch immer wieder in der Gaststube statt. Das Schlagzeug der renommierten Black Forest Jazz Band steht bereits in Schwärzenbach. Denn der Bandleader und Schlagzeuger Hermann Janssen wohnt hier. Wer weiß, vielleicht schließt sich irgendwann der Kreis zum Tanzboden von einst.

Gasthaus Ahorn
Familien Benz und Knöpfle
Schwärzenbach 17
79822 Titisee-Neustadt/Schwärzenbach
Telefon: +49 (0)7657 / 2 39
eMail: info@gasthaus-ahorn.de
http://www.gasthaus-ahorn.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Die Ruhetage im "Ahorn" sind
MITTWOCH und DONNERSTAG

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