Gasthaus zum Kreuz (Freiburg-Kappel)

Entdeckungen im Gasthaus

Das seltsame Wappenbild und zwei Dokumente zur Familiengeschichte

In einem historischen Schwarzwaldgasthaus hält jeder Winkel Entdeckungen parat. Aber von den jahrhundertealten Ofenplatten im "Kreuz", die wohl vor 1755 gefertigt wurden, geht ein besonderes Faszinosum aus. Betrachten Sie doch bitte diese Rarität im "Kutscherstüble" einmal ganz genau!


Diese Ofenplatten sind eine handwerklich herausragende Gußarbeit mit auffallend dynamischer Bildgestaltung und ansprechender Farbgebung (nachträglich). Es soll sich um ein Geschenk des Klosters Oberried zur Eröffnung der Gemeindestube handeln.

Dieses war im Kachelofen der Stube eingelassen. Oben: St. Georg...


und hier das Wappen derer von Reischach mit ergänzendem Detail.

Soweit sind die Angaben der Infotafel neben dem Wappen klar. Die heraldische Bedeutung der kleinen Ergänzung des Reischach'schen Wappens durch Fisch, Vogel und einem kettenartigen Gebilde (Bild oben) harrt für den Autoren allerdings noch der Klärung...

Eine Internetrecherche liefert zur Verknüpfung derer von Reischach mit dem Kloster in Oberried bzw. zur gemeinsamen Wappentafel im "Kreuz" nur spärliche Ergebnisse. Es könnte vielleicht ein Abt beziehungsweise eine Äbtissin des Klosters aus diesem Adelsgeschlecht gestammt haben.
Ein Schloss Reischach am Bodensee (CH), auf das die Info-Tafel in der Kutscherstube Bezug nimmt, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Die Stammburg der Freiherren von Reischach ist Burrach beim Walder Ortsteil Reischach (Landkreis Sigmaringen). Ferner besitzt das Geschlecht ein Schloß bei Vaihingen/Enz.
Die Freiherren von Reischach begruben über Jahrhunderte ihre Toten in und um die Kirche zum Heiligen Kreuz in Nussdorf-Eberdingen (Hochforf / Enz). Ein Hans von Reischach besaß 1461 in Nussdorf die Hälfte der Kelter sowie ein Drittel der Vogtei, d.h. der niederen Gerichtsbarkeit. 1468 kaufte er vom Kloster Hirsau ein Drittel von Nussdorf. Siehe im Linkangebot unten 3. Verknüpfung. Ansonsten konnten noch Ortschaften "Reischach" in Bayern und Tirol gefunden werden. Im Bodenseegebiet bestanden wohl Verflechtungen mit Personen dieses Adelsgeschlechtes. Es taucht z.B. eine Barbara von Reischach zu Hohenstoffeln auf, die 1570 als Nonne in St. Katharinental (Dominikanerinnen) bei Diessenhofen nachweisbar ist.

Den Kreuzwirte Stammeltern Gottfried und Sofie Hug wurde zu ihrer Hochzeit 1892 wie es alter Brauch ist ein Baum gestellt. Oben auf dem Bild sind die Ersteller verewigt.

Übrigens hatten die Jungvermählten ab 1892 zunächst den "Löwen" in Littenweiler erworben, bevor ihnen dann doch das Kreuz in Kappel mehr zusagte. Die historische Rechnung oben im Bild datiert sieben Jahre später.


Gasthaus zum Kreuz
Michael Hug
Großtalstr. 28
79117 Freiburg-Kappel
Telefon: +49 (0)761 / 62 05 50
Fax: +49 (0)761 / 6 20 55 40
eMail: Gasthaus.KreuzKappel@t-online.de
http://www.gasthaus-kreuz-kappel.de/

Ruhetage/Öffnungszeiten: Ruhetage Montag + Dienstag

Empfehlen Sie uns ...  
Historische Gasthäuser
                    und Weingüter in Baden