Hotel Restaurant Schiff (Freiburg)

Rolle in der Geschichte

Zollhinterzieher und liederliches Gesindel *

Der Vorgängerbau des heutigen "Schiff" stand ein wenig weiter östlich und befand sich bereits außerhalb der Freiburger Stadtgrenze. Es war das Gasthaus "Zum weißen Rössle", dem ein denkbar schlechter Ruf vorauseilte. Es muss eine rechte Spelunke gewesen sein, die nicht von ungefähr auch "Raspelhaus"** genannt. Laut Chronik ein "Unterschlupf für Zollhinterzieher, aus der städtischen Gemarkung geflohene Diebe und liederliches Gesindel". Dieser Sumpf des Lasters, der hart an der städtischen Gemarkungsgrenze Freiburgs aber trotzdem noch auf dem Gebiet von Littenweiler lag, sorgte für ständige Unruhe und musste ausgetrocknet werden. Die Stadt Freiburg ersteigerte daher kurzerhand die baufällige Bruchbude und erteilte im gleichen Zug Taferngerechtigkeit*** für ein neues (seriöses) Wirtshaus direkt daneben. Dieses war dann 1777 -und nun auf Freiburger Stadtgebiet- fertiggestellt: unser prächtiges Gasthaus Schiff. Das "Raspelhaus", die alte Räuberhöhle, wurde kurz darauf abgebrochen.


Im 18. Jahrhundert war das Kloster Oberried Hauptlieferant des Brennholzes für die Stadt Freiburg. Auf Wasserläufen und Kanälen nahmen die Kurzstämme den auf der Karte oben angedeuteten Weg. Der Floßkanal im Stadtgebiet führte am "Schiff" vorbei und an..

der Schwarzwaldstraße entlang bis zum Holzlagerplatz beim Dreikönigshaus (heute „Freiburger Essenstreff"). Im Sickinger-Plan von 1589 ist noch der Gewerbekanal zu sehen (blaue Markierung), welcher im weiteren Verlauf auch einige Mühlen antrieb.


1777 baute der Freiburger Bürger Xaver Hiller das"Schiff" (oben um 1920). Der Name deutet darauf hin, dass die nahe an Kanal und Dreisam gelegene Gasrtstätte von Flößern und Holzknechten gerne aufgesucht wurde.

Die Baedeker Karte von 1921 zeigt, dass Gasthäuser wie das "Schiff" nahe einer Stadt, aber trotzdem deutlich außerhalb des Zentrums lagen (s. Kapitel "Das Gasthaus"). So konnte zusätzlich Landwirtschaft betrieben werden.

Ein Verzeichnis der ehemaligen Besitzer und Pächter des "Schiff" steht hier in Kürze als Download zur Verfügung...

* Die historischen Angaben beruhen auf Veröffentlichungen von Joachim Scheck, freier Autor und Erforscher der Freiburger Stadtgeschichte. Seinen informativen Beitrag zur Geschichte des "Schiff" in der Badischen Zeitung vom 27.05.2013 erreichen Sie unten über das Link-Angebot.

J. Scheck rief mit weiteren Kennern der Stadt 1993 den gemeinnützigen Verein VISTAtour ins Leben, der originelle Führungen mit persönlicher Atmosphäre bietet. Kontakt siehe ebenfalls Linkverzeichnis unten

** Der Begriff soll von der Formulierung "Süßholz raspeln" als jemandem angenehme, schmeichelhafte Dinge zu sagen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese Begrifflichkeit könnte andeuten, dass in diesem Haus neben den bereits erwähnten Kriminellen auch gewerbsmäßige Liebesdienste angeboten wurden

*** Das das Recht oder Vorrecht, die „Gerechtigkeit“, eine Taferne / Taverne zu führen

Oben - Aufnahme aus der Zeit um 1920: links das Gasthaus Schiff. In der Bildmitte das zugehörige Ökonomiegebäude mit Scheuer und Hochfahrt, welches im Jahr 1969 wegen Verbreiterung der Schwarzwaldstraße abgerissen wurde. Foto: Stadtarchiv Freiburg

Das Alter des Hauses (nahezu 250 Jahre) wird besonders an der originalen Bausubstanz deutlich, die vor allem in den unteren Räumen gut sichtbar ist. Hier finden regelmäßig Musik Veranstaltungen statt (s. untersten Link).


Hotel Restaurant Schiff
Christoph Glück
Schwarzwaldstraße 82
79102 Freiburg
Telefon: +49 (0)761 / 29 08 80 58
eMail: info@freiburgerschiff.de
http://www.freiburgerschiff.de/

Ruhetage/Öffnungszeiten: Das Hotel ist durchgehend geöffnet.

Restaurant:

Täglich: 12:00 - 24:00
Durchgehend warme Küche: 12:00 - 22:30
Mittagstisch: 12:00 - 14:30
Abendkarte: 17:30 - 22:00

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