Ringhotel Schiff am See (Konstanz)

Rolle in der Geschichte

Das Haus im Besitz des Deutschritterordens

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts versuchte der Deutsche Orden, auch in Oberschwaben und dem Bodenseeraum Besitzungen zu erwerben, um eine Kommende, auch Komturei genannt, gründen zu können. Dies brachte Konflikte mit der Abtei Reichenau, auf deren Kosten der Orden expandierte. Die Insel Mainau und die Besitzungen Allmannsdorf, Egg, Staad, Oberdorf, Dingelsdorf, und Litzelstetten waren dem Orden von einer Reichenauer Ministerialenfamilie von Langenstein übereignet worden. In einem Generalvertrag von 1272 verzichtete der Reichenauer Abt Albrecht von Ramstein auf sämtliche Rechte an diesen Gebieten. Eine Kommende Mainau konnte gegründet werden. Somit war Staad und hiermit die uralte Überfahrt nach Meersburg im Besitz der Ritter des Deutschen Ordens.


Das Bild von 1897 zeigt das Haus wahrscheinlich in der gleichen Außenoptik...

wie bei der Neuerrichtung 1662. Es folgen Bilder der 1930er und 1920er Jahre


Ganz unten auf dieser Seite können Sie den vorbildlich recherchierten Beitrag zur Geschichte des "Schiff" von Emil J. Mundhaas ( zur Person siehe Kapitel "Weiterführende Informationen") anklicken

Im Mittelalter gewann diese Fährverbindung besondere Bedeutung, da große Güter des Konstanzer Spitals und des Bistums auf der nördlichen Seeseite im Linzgau lagen. Diese Fährverbindung war ein Hoheitsrecht der Kommende Mainau, die 1348 die Staader Fischer und Schiffergenossenschaft damit belehnte. Hier entstand dann auch eine Herberge für die Fährgäste und Schiffer, denn die Überfahrt war abhängig vom Wetter.

Das spätere Wirtshaus stand unter dem Schutz des Deutschritterordens. Konkurrierende Weinschänken brauchten eine Genehmigung des Komturs der Kommende. So erteilt etwa 1778 der Leiter der Mainauer Kommende, Reutter de Weyl, eine Genehmigung unter der Einschränkung, dass der neue Wirt „das herrschaftliche Bestands-Wirtshaus nicht schädige, dass ihm weder Beherbergung noch Verpflegung Fremder mit warmen Speisen erlaubt sei, auch die öffentlichen Zöhrungen [Zehrungen], Weinkäuf, Hochzeitmahl und dergleichen dem herrschaftlichen Tafernwirtshaus allein vorbehalten bleiben.“ Hierdurch wird die Sonderstellung des Wirtshauses deutlich.
Die über die Jahrhunderte naturgemäß anfallenden Renovierungen des Anwesens werden selbst im Dreißigjährigen Krieg fortgesetzt. 1644 betraut der Leiter der Kommende den Zimmermeister Jakob Heldt von Boll mit der Instandsetzung des Hauses, insbesondere des Daches. Als Wirt der Herberge wird 1645 ein Jakob Joß erwähnt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg machten die Reichsfürsten zu Fürstenberg dem Deutschen Orden die Mainau-Kommende streitig. Als diese 1662 beschloss, das Wirtshaus abzureißen und neu zu errichten, intervenierten die Fürstenberger und geboten den bereits tätigen Handwerkern Einhalt unter Androhung von Geldbußen. Die damals in dieser Gegend herrschenden Habsburger wiederum drohten den Bauleuten ebenfalls Strafen an, falls diese sich den Drohungen der Fürstenberger beugen. Da die Ordensritter dem berüchtigten Fürstenberger Oberamtmann Johann Caspar Meysing zutrauten, dass er den Neubau bei Nacht und Nebel zerstören könnte, wurde die Baustelle fortan mit Waffen geschützt. Neben mit 30 bis 40 Gewehren bewaffneten Burschen stand ein Boot mit vier Geschützen im Hafen bereit. Selbst ein vom Deutschorden erwirktes Mandat des Kaisers hielt den Fürstenberger nicht davon ab, weiter mit der Zerstörung des Neubaus zu drohen. Glücklicherweise blieb es bei der Drohung und das Gebäude konnte fertiggestellt werden.


Das Haus im Besitz von Bürgern

Ab dem achtzehnten Jahrhundert werden amtliche Verhandlungen im Gasthaus zu Staad vermerkt, bei denen die Herren der Mainauer Kommende ihre Geschäftspartner tüchtig bewirten, um sie günstig zu stimmen. Eine Rechnung an das Rentamt über Essen, Wein, Heu und Heizung weist als Wirt 1786 Joseph Weber den Aelteren aus.

Nach dem Tod Jospeh Webers 1791 bekommt sein Sohn gleichen Namens das Erblehen für das Wirtschaftshaus übertragen. Während seiner Pachtzeit kommt es zu großen Umwälzungen, zu denen auch die Vereinigung des Deutschorden-Besitzes mit dem Hause Baden gehört. In der Folge nennt sich das Gasthaus nun „Landesfürstliches Wirtshaus“. Die Badener wollen allerdings die geerbten Güter abstoßen, weshalb es zu Kaufverhandlungen mit dem Pächter kommt. Diese Verhandlungen scheitern, sodass das Gashaus zur Versteigerung ausgeschrieben wird. Dennoch, man weiß nicht wie, kommt das Gasthaus schließlich in den Besitz von Weber und ist seitdem Privateigentum.

1878 übernimmt die Familie Graf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Anwesen im Zuge der Fährhafen-Erweiterung Eigentum der Stadt Konstanz und 1958 umgebaut. 1967 kauft es die Familie Thoma, später erfolgt die Übertragung an die nächste Generation in Gestalt der Tochter Elisabeth und deren Ehemann Dieter Sobaczinski. In den Siebziger Jahren und 1991 erfolgen weitere Modernisierungen. Das Restaurant im Hotel wurde verpachtet.

2006 kauft der Investor Manfred Bader aus Pforzheim das Anwesen und verpachtet Hotel und Restaurant zusammen an die Eheleute Henning Heise und Maria Scalise-Heise. Die beiden verstehen sich als Bewahrer der gewachsenen Tradition des Hauses, welche regionale Bodenständigkeit mit gastlicher Weltoffenheit verbindet. Sie sind bereit für das nächste Kapitel in der wechselvollen Geschichte des Gasthauses.



Das Logo des Hauses
Ringhotel Schiff am See
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Historische Gasthäuser
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