Zur Weserei (Kandern)

Rolle in der Geschichte

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Seit frühester Zeit war der Ort Kandern für große Bohnerzfunde bekannt. Aus diesen wurde Eisen geschmolzen. Eisenverhüttung und Weiterverarbeitung war bis ins neunzehnte

Jahrhundert Kanderns wichtigster Erwerbszweig. Den Prozess vom Schürfen bis zur Schmelze zeigt Maler Kiebiger (siehe Kapitel "Entdeckungen im Gasthaus") in der "Weserei" auf einem Wandgemälde.


Diese Aufnahme entstand in der Zeit (um 1900) als die "Weserei" noch eine eigene Brauerei hatte. Beachten Sie doch den großen Torbogen zur Straßenseite - heute ist das Straßenniveau

wesentlich höher (siehe Bild unten). Oben die Toreinfahrt vom (ehemaligen) Innenhof aus gesehen.

Im 16. Jahrhundert gelangte die Hammerschmiede in Kandern in den Besitz des Markgrafen Christoph von Baden. Damals wurden dort vorwiegend eiserne Kanonenkugeln, Öfen, Stückkugeln und Schmiedeeisen fabriziert. Im Jahr 1571 fand sich erstmals der Begriff „Bergwerksverweserei“ in den Urkunden, ein altdeutsches Wort für die Bergwerksverwaltung. Der Markgraf betrieb seinen Besitz nicht selbst, sondern übertrug diese Aufgabe einem Verwalter. Dieser hatte gemäß der Bergwerksverordnung das Recht zu schlachten, zu backen und zu wirten, um die Bergleute und Hüttenarbeiter zu beköstigen. Daher entstand in der heutigen „Weserei“ die Kantine für die Arbeiter des markgräflichen Eisenwerkes. Reger Betrieb herrschte an den Zahltagen: Dann kamen neben den Werksbeschäftigten auch die Köhler, Erzgräber und Fuhrleute, die es zu versorgen galt.

Über die Jahre blieb die Kantine erhalten. Nach dem Ende der Bergwerksära in Kandern übernahm Verwalter Christian Kümmich die Wirtschaft pachtweise. 1792 kaufte er sie und ließ von Wilhelm Müller, dem Sohn des Kanderner Blumenwirts, eine Brauerei errichten. Müller gehörten neben der Brauerei die Gartenwirtschaft sowie die Kegelbahn. Das Haus an der heutigen Hauptstraße erhielt nach Kümmichs Tod sein Sohn. Während der Revolution von 1848/49 verschuldet dieser sich aber so stark, dass das Haus versteigert werden musste. Kümmichs Bruder, Hüttenverwalter in St. Blasien, erwarb das Anwesen. Dem Brauerei-Besitzer Wilhelm Müller blieb aufgrund von Streitigkeiten um Eigentumsverhältnisse nur noch das Durchfahrtsrecht durch den Hof.

Erst als ein Sohn Müllers Mathilde Kümmich heiratete, änderten sich die Verhältnisse. Allerdings waren die Pfandlasten so drückend, dass das Ehepaar gezwungen war, das gesamte Anwesen zu verkaufen. Am 7. August 1877 schlossen die Eheleute Wilhelm und Mathilde Müller einen Kaufvertrag mit Johann Georg Kramer aus Müllheim. Der Vertrag trat zum 1. Oktober 1877 in Kraft. Dem neuen Besitzer Kramer gehörten fortan das einem Landgut gleichende Weserei-Anwesen, die Brauerei, ein großes Wiesengrundstück sowie der gewölbte Bierkeller. Seit diesem Zeitpunkt ist das Haus im Besitz der Familie Kramer, die es zu einem gehobenen Gastronomiebetrieb mit Hotelbereich entwickelte. Weiteres zur Kramer Familiengeschichte lesen Sie bitte im Kapitel "Die Wirtsleute“.


Zur Weserei
Familie Ullrich Kramer
Hauptstraße 81
79400 Kandern
Telefon: +49 (0)7626 / 4 45
Telefon: +49 (0)7626 / 70 00
Fax: +49 (0)7626 / 65 81
eMail: info@weserei.de
http://www.weserei.de

Ruhetage/Öffnungszeiten: Ruhetage im Restaurant:
Montag ganztägig
Dienstag bis 17 Uhr

Das Hotel ist ganzjährig täglich geöffnet.

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