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Historische Gasthäuser
Konstanz
Gasthof zur Traube
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Rolle in der Geschichte

Treffpunkt der Fischer

Schon im Jahr 1685 stand an der Stelle der heutigen Traube in der Fischerstraße in Staad ein Wirtshaus, in dem außer Fischern auch Konstanzer Bürger, Kaufleute, Landwirte und Reisende Einkehr hielten.
Bild vergrößern Brief des Gendarmeriekorps von 1912 in welchem Leo Renker angehalten wird, sich endlich die notwendige Gasthaus-Konzession zu besorgen...
Bild vergrößern Leo Renker mit seinen Söhnen Eugen, Otto und Leo in den 1920er Jahren
Bild vergrößern Die Fischerei ist harte Arbeit - manchmal sogar sehr hart! In "ihrem" Gasthof Traube kehrten die Fischer nur am Wochenende ein - das Geld war knapp.
Bild vergrößern Ab 1890 war dann mit Leo Renker ein Bodensee-Fischer gleichzeitig Traubenwirt.

Und seit jeher haben die Wirte der "Traube" das Brennrecht, das bis heute genutzt wird. Von 1880-1887 braute der damalige Wirt Max Rumpel noch eigenes Bier.

Jahrhunderte lang war das Wirtshaus auch wichtigster Treffpunkt der Fischer zu Staad. Hier konnten sie sich nach getaner, meist harter Arbeit - je nach Laune des Bodenseewetters - einige warme oder kühle Schlucke gönnen. Zumal im Jahre 1890 der Fischer Leo Renker durch Einheirat selbst zum Wirt wurde.

Von Leo Renker wird so einiges berichtet. So sei er in jungen Jahren ein fröhlicher Geselle gewesen. Seiner Fasnachtsverkleidung als General Boulange hatte er noch Jahrzehnte später den Beinamen „Bouläsch“ zu verdanken. Und er war auch „a weng großzügig“, leitet Manfred Renker die Erzählung von zwei Begebenheiten ein, bei denen es Opa Leo mit Paragraphen und der Prinzipienreiterei wohl nicht so genau genommen hat: auf seinen schönen Traube-Neubau nach dem verheerenden Brand von 1896 schrieb er um 1900 stolz in großen Lettern „Gasthaus Traube“. Dass er nur eine Konzession für ein einfaches Wirtshaus besaß, störte ihn da wenig. Und auch als seine Frau Josefine starb, „schaffte“ er halt weiter und dachte nicht daran, die Konzession auf sich umschreiben zu lassen. Beide „Vergehen“ riefen jedoch die Obrigkeit auf den Plan, die ihm „die Hölle heiß machte“, so erzählt der heutige Seniorwirt mit einem Schmunzeln.

Bis nach 1945 wurde noch Landwirtschaft betrieben: Kühe, Geißen und Schweine sicherten das Auskommen der damaligen Traubenwirte. Umbauten und Erweiterungen in den Jahren 1949/50, 1957, 1982, 1988 lassen das Gebäude heute ehrwürdig und doch erfrischend modern erscheinen. Die Zeit des groben Holzmobiliars und der Öllampen ist einer hellen und freundlichen Atmosphäre gewichen.

Wo das Kräuterschnäpsle noch selbst gebrannt wird

Im Nebengebäude der Traube, einem Fachwerkbau, an dem Efeu malerisch empor rankt, befindet sich die hauseigene Brennerei...
Bild vergrößern ... hier entstehen verschiedene Obstwässer aus eigenem Anbau. Der Kräuterschnaps ist eine Hausspezialität, die nach streng gehütetem Rezezept gebrannt wird.
Bild vergrößern Neben dem ehemaligen Ökonomiegebäude steht die alte (restaurierte) hauseigene Weinpresse
Bild vergrößern In der wärmeren Jahreszeit spricht der herrliche Biergarten mit 100-jähriger Kastanie...
Bild vergrößern und naturnaher Gestaltung Freiluftfreunde und Familien ganz besonders an...

Bild vergrößern den Jüngsten wird es hier gut gefallen (Kinderspielplatz) und
Bild vergrößern im "verwunschenen Garten" kommt ebenfalls keine Langeweile auf.

Bilder

Die Traube auf einer Ansichtskarte um 1980
Zeitungsartikel von 1953 über die Fischerfamilie Renker
Leo Renker, geb. 1861
Eugen Renker mit Nebelhorn, geb. 1894
Christine Renker, geb. 1905
Diese Urkunde von 1912 gestattet Familie Renker den Betrieb des Gasthauses...
Manfred Renker und sein Bruder Hubert als Buben im Garten der Traube
Genehmigung zum Betrieb einer Realschankwirtschaft (beinhaltet erweiterte Rechte) von 1936
Die "Genehmigungsurkunde zum Betrieb einer Gastwirtschaft" aus dem Jahr 1949 für Eugen Renker